III. Reich - Offizielles Teilnehmerabzeichen " DSV - Deutsche Skimeisterschaften Oberstdorf 14.-19.Jan.1936 "

Buntmetall emailliert, an Nadel, Hersteller : C.Poellath Schrobenhausen, Zustand 2.
354891
120,00

III. Reich - Offizielles Teilnehmerabzeichen " DSV - Deutsche Skimeisterschaften Oberstdorf 14.-19.Jan.1936 "

Das offizielle Teilnehmerabzeichen der Deutschen Skimeisterschaften in Oberstdorf vom 14. bis 19. Januar 1936 stellt ein bedeutendes Zeugnis der Sportgeschichte im Dritten Reich dar. Dieses emaillierte Buntmetallabzeichen, hergestellt von der renommierten Firma C. Poellath aus Schrobenhausen, dokumentiert eine Zeit, in der der deutsche Skisport staatlich gefördert und für propagandistische Zwecke instrumentalisiert wurde.

Die Deutschen Skimeisterschaften 1936 fanden unmittelbar vor den IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen statt, die vom 6. bis 16. Februar 1936 ausgetragen wurden. Diese zeitliche Nähe war keineswegs zufällig: Die Meisterschaften dienten als wichtige Vorbereitung und Qualifikation für die olympischen Wettbewerbe. Oberstdorf im Allgäu hatte sich bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Zentrum des deutschen Wintersports entwickelt und verfügte über die notwendige Infrastruktur für internationale Wettkämpfe.

Der Deutsche Skiverband (DSV) war seit seiner Gründung im Jahr 1905 die zentrale Organisation für den Skisport in Deutschland. Nach der Machtergreifung 1933 wurde der Verband wie alle Sportorganisationen in das nationalsozialistische System eingegliedert und dem Reichssportführer unterstellt. Die Organisation von Sportveranstaltungen und die Vergabe von Abzeichen unterlagen nun strengen staatlichen Vorgaben und dienten der Repräsentation des Regimes.

Die Herstellung des Abzeichens durch C. Poellath ist von besonderer Bedeutung. Die 1778 gegründete Firma hatte sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu einem der führenden deutschen Hersteller von Orden, Ehrenzeichen und Sportabzeichen entwickelt. Christian Poellath und seine Nachfolger belieferten sowohl zivile als auch militärische Institutionen. Während der NS-Zeit produzierte das Unternehmen zahlreiche offizielle Abzeichen, Ehrenzeichen und Auszeichnungen für Partei, Staat und Sportverbände. Die Qualität der Poellath-Erzeugnisse war legendär, insbesondere die feine Emaillierarbeit und die präzise Verarbeitung.

Teilnehmerabzeichen wie das vorliegende wurden an aktive Wettkämpfer, Offizielle und wichtige Gäste der Veranstaltung ausgegeben. Sie dienten als Erkennungszeichen während der Meisterschaften und wurden anschließend als Erinnerungsstücke aufbewahrt. Im Gegensatz zu Siegermedaillen oder Leistungsabzeichen dokumentieren Teilnehmerabzeichen die bloße Anwesenheit bei einem sportlichen Ereignis, besitzen aber dennoch hohen historischen und sammlerischen Wert.

Das Jahr 1936 markiert einen Höhepunkt der nationalsozialistischen Sportpropaganda. Die beiden olympischen Spiele in Garmisch-Partenkirchen und Berlin sollten die vermeintliche Überlegenheit des deutschen Systems demonstrieren. Der Wintersport nahm dabei eine besondere Stellung ein, da er als besonders “nordisch” und “germanisch” galt und in die rassistische Ideologie des Regimes passte. Die Förderung des Skisports wurde intensiviert, die Infrastruktur ausgebaut und internationale Wettkämpfe gezielt als Propagandaplattform genutzt.

Die technische Ausführung des Abzeichens entspricht den Standards der Zeit: Ein Grundkörper aus Buntmetall (meist Messing oder Bronze) wurde mit farbigem Email verziert, das in eingetiefte Bereiche eingeschmolzen wurde. Diese Emailletechnik ermöglichte dauerhafte, farbenfeste Abzeichen, die auch bei häufigem Tragen nicht verblassten. Die Befestigung erfolgte über eine rückseitig angelötete Nadel mit Verschluss.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Abzeichen die Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche durch das NS-Regime. Selbst sportliche Veranstaltungen wurden politisch instrumentalisiert und in die Propagandamaschine eingebunden. Die Vergabe offizieller Abzeichen unterlag staatlicher Kontrolle und diente der visuellen Repräsentation des Systems.

Für Sammler und Historiker sind Teilnehmerabzeichen wie dieses wichtige Quellen zur Sportgeschichte und zur Geschichte des Dritten Reiches. Sie erlauben Rückschlüsse auf die Organisation von Sportveranstaltungen, die Rolle des Sports in der NS-Gesellschaft und die materielle Kultur der Zeit. Die Erhaltung solcher Objekte in Museen und Sammlungen dient der historischen Forschung und der Dokumentation dieser Zeit.

Die Firma Poellath existiert bis heute und gehört zu den traditionsreichsten deutschen Herstellern von Orden und Ehrenzeichen. Die Produkte aus der NS-Zeit werden heute als historische Dokumente betrachtet und wissenschaftlich aufgearbeitet.