Luftwaffe großer Nachlass aus dem Besitz der Ritterkreuzträgers mit Eichenlaub und späterem Generalmajor der Luftwaffe Hubertus Hitschhold

Ritterkreuz mit Eichenlaub des Eisernen Kreuz 1939. Es handelt sich bei dem Ritterkreuz um eine klassische Fertigung der C.E. Juncker, Berlin. Das Ritterkreuz mit geschwärztem Eisenkern und Silberzarge. Rückseitig gestempelt "800". Das Eichenlaub ist die typische Ausführung der Fa. Gebr. Godet und Co. Berlin. Sehr schöne Fertigung in Silber. Rückseitig links "900", rechts "21" gepunzt. Leicht getragen, komplett mit dem getragenen original Halsbandabschnitt, seitlich mit angenähtem Gummiband und Befestigungsknopf, Länge 25 cm. Ein Stück mit schöner Patina und einer großen Ausstrahlung. Dazu noch ein weiterer Halsbandabschnitt, stark getragen. Eisernes Kreuz 1939 1. Klasse, Fertigung der Fa. Klein & Quenzer, rückseitig auf der Nadel "65" markiert. Getragen, Zustand 2. Frontflugspange für Kampfflieger in Gold. Buntmetallausführung, leicht getragen, Zustand 2. Große Ordensschnalle mit 3 Auszeichnungen: Eisernes Kreuz 1939 2. Klasse. Luftwaffe Dienstauszeichnung für 4 Jahre. Erinnerungsmedaille 1. Oktober 1938 mit Spange "Prager Burg". Dazu passend 2 Feldspangen mit den 3 Auszeichnungen. Flugzeugführerabzeichen. Frühe flache Buntmetallausführung, rückseitig mit Herstellerbezeichnung "C.E. Juncker, Berlin SW". Getragenes Stück, die Nadel wurde während des Krieges ersetzt. Ärmelschild "Narvik 1940", Feinzinkausführung, ohne Tuchunterlage und Gegenplatte, Zustand 2-. Königreich Bulgarien Flugzeugführerabzeichen, bulgarische Fertigung, rückseitig mit Schraubscheibe. Leicht getragen, Zustand 2. 1 Kompletter Satz Effekten für eine Fliegerbluse als Major der fliegenden Truppe: Brustadler, Kragenspiegel und Schulterstücke, dazu ein weiterer Satz, mit einem Brustadler aus Aluminium für die Sommeruniform, seitlich mit Bohrungen zum annähen. Beide deutlich getragen, Zustand 2-. 1 Adler für die weiße Sommerschirmmütze, Metallfaden handgestickte Ausführung, wahrscheinlich eine italienische Fertigung, deutlich getragen. 
Ein sehr schönes signiertes Portraitfoto als Major der Flieger, mit Tintensignatur "Hitschhold", auf dem Foto deutlich wiedererkennbar das Ritterkreuz mit Eichenlaub, die Frontflugspange, eine der 3 Feldspangen und das EK 1 ! Dazu noch 10 weitere original Fotos von Hitschhold, eine Fotopostkarte sowie 2 Reprofotos.
Weiterhin seine Feldspange als späterer Brigadegeneral der Bundesluftwaffe, allerdings tatsächlich getragen mit einem LW-Adler mit Hakenkreuz (!).

Ein umfangreicher Nachlass eines hochdekorierten Offiziers der Luftwaffe.

Hitschhold, Hubertus * 7. Juli 1912, Kurwien +10. März 1966. Hitschhold trat nach seinem Abitur am 1. April 1930 in die Reichswehr ein. Von April 1930 bis zum März 1931 erwarb er bei der Deutschen Verkehrsfliegerschule in Schleißheim seine Flugscheine. Daran schloss sich eine halbjährige Jagdfliegerausbildung in Lipezk in Rußland an. Am 1. Oktober 1931 kam Hubertus Hitschhold zum 2. (Preußischen) Reiterregiment und wurde 1932 Fahnenjunker, am 1. August 1933 Leutnant. 1935 erfolgte dann seine Versetzung zur neu gegründeten Luftwaffe zur I./Stuka 163 in Cottbus. Am18. April erhielt er seinen Militärflugschein und am 1. Oktober 1935 wurde er zum Oberleutnant befördert. 1937 wurde er Staffelkapitän in der jetzt I./Stukageschwader 2 benannten Gruppe und 1938 Hauptmann. Am 1. Oktober 1939 wurde er Kommandeur der I. Gruppe im Stuka-Geschwader 1. Am 21. Juli 1940 erhielt er für die überragenden Leistungen seiner Gruppe im Westfeldzug das Ritterkreuz, nachdem er am 19. Juli zum Major befördert worden war. Nach der Luftschlacht um England und den Kämpfen auf dem Balkan und um Kreta flog Major Hitschhold ab Juni 1941 gegen Rußland. Am 22. Juni 1941 wurde er hinter den feindlichen Linien abgeschossen. Nur durch die Entschlossenheit des Kapitäns der 3. Staffel Freitag entging er der Gefangennahme. Freitag landete neben der abgeschossenen Maschine und nahm Hitschhold und dessen Bordfunker auf. Am 16. Oktober 1941 wurde Major Hitschhold Kommandeur der Sturzkampffliegerschule 1 in Wertheim. Am 31.Dezember 1941 erhielt er für seine Leistungen an der Front das Eichenlaub. Im Juni 1942 wurde er wieder an die Front kommandiert und übernahm am18. Juni 1942 das Schlachtgeschwader 1. Auf Grund seiner Vorschläge wurde das Schlachtgeschwader 1 als erstes Geschwader auf die neue Fw 190 umgerüstet. Am 1. Februar 1943 Beförderung zum Oberstleutnant. Am 10. Juni 1943, nachdem die Umstellung des Geschwaders auf die Fw 190 abgeschlossen war, übergab Hitschhold das Geschwader an Oberstleutnant Alfred Druschel. Hitschhold wurde Fliegerführer bei der Luftflotte 2 auf Sardinien und in Italien. Nach dem Fliegertod von Dr. Ernst Kupfer wurde Hitschhold vom OKL zum General der Schlachtflieger berufen. Unter seiner Führung lief die Produktion der Ju 87 aus und die Schlachtgeschwader wurden auf die Fw 190 umgestellt. Am 1. Juli 1944 wurde er Oberst und am 1. Januar 1945 Generalmajor. Nach dem Krieg Übernahme in die Bundesluftwaffe als Brigadegeneral. Hubertus Hitschhold lebte am Starnberger See und starb überraschend am 10. März 1966. 
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Luftwaffe großer Nachlass aus dem Besitz der Ritterkreuzträgers mit Eichenlaub und späterem Generalmajor der Luftwaffe Hubertus Hitschhold

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub repräsentiert die zweithöchste Stufe eines fünfstufigen Auszeichnungssystems, das am 1. September 1939 von Adolf Hitler eingeführt wurde. Diese Dekoration ersetzte ältere preußische Verdienstauszeichnungen und bildete die Brücke zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Großkreuz. Während frühere Erneuerungen des Eisernen Kreuzes (1870, 1914) preußische Auszeichnungen waren, stellte die Version von 1939 das erste Ehrenzeichen des gesamten deutschen Staates dar.

Das Auszeichnungssystem entwickelte sich mit dem Kriegsverlauf: Nach dem Ritterkreuz (1. September 1939) folgten das Eichenlaub (3. Juni 1940), Schwerter und Brillanten (28. September 1941) und schließlich das Goldene Eichenlaub (29. Dezember 1944). Hermann Göring erhielt im September 1939 das erste Ritterkreuz und später im Juli 1940 als einziger das Großkreuz, wodurch das Ritterkreuz de facto zur höchsten erreichbaren Auszeichnung wurde.

Das vorliegende Ritterkreuz wurde von C.E. Juncker, Berlin gefertigt, einem der autorisierten Hersteller neben Steinhauer & Lück, Deschler, C.F. Zimmermann und anderen. Die dreiteilige Konstruktion zeigt einen geschwärzten Eisenkern mit einer Silberzarge aus 800er Silber, erkennbar an der rückseitigen Punzierung “800”. Das Kreuz misst etwa 48 mm und weist die typische Form eines Tatzenkreuzes auf, mit schmalem Zentrum und breiterem Rand. Auf der Vorderseite befindet sich ein bewegliches Hakenkreuz im Zentrum und die Jahreszahl “1939” auf dem unteren Arm.

Das Eichenlaub stellt die typische Ausführung der Firma Gebr. Godet & Co., Berlin dar, die offiziell als einziger Hersteller für das Eichenlaub autorisiert war. Gefertigt aus 900er Silber, trägt es rückseitig links die Punzierung “900” und rechts “21”, wobei die “21” Godet als Hersteller identifiziert. Das dreigliedrige Eichenblattcluster misst etwa 20 mm in der Breite und 19 mm in der Höhe.

Die Verleihungskriterien für das Ritterkreuz verlangten außergewöhnliche Tapferkeit im Kampf oder herausragende militärische Führungsleistung während des Zweiten Weltkrieges über alle Dienstgrade hinweg. Ein Träger musste bereits das Eiserne Kreuz 1. Klasse besitzen, obwohl beide gleichzeitig verliehen werden konnten. Einheitskommandeure konnten für vorbildliches Verhalten ihrer Einheit ausgezeichnet werden. Spezifische Kriterien existierten für verschiedene Waffengattungen: U-Boot-Kommandanten qualifizierten sich durch Versenkung von 100.000 Tonnen Schiffsraum, während Luftwaffenpiloten 20 Punkte erreichen mussten (ein Punkt pro abgeschossenem einmotorigen Flugzeug). Das Eichenlaub wurde an Ritterkreuzträger verliehen, die weiterhin außergewöhnliche Tapferkeit oder militärischen Erfolg zeigten.

Hubertus Hitschhold (7. Juli 1912 bis 10. März 1966), geboren in Kurwien, trat am 1. April 1930 in die Reichswehr ein. Von April 1930 bis März 1931 erwarb er seine Flugscheine an der Deutschen Verkehrsfliegerschule in Schleißheim, gefolgt von einer halbjährigen Jagdfliegerausbildung in Lipezk in Russland. Nach seiner Versetzung zur neu gegründeten Luftwaffe 1935 wurde er 1937 Staffelkapitän und 1938 Hauptmann. Am 1. Oktober 1939 übernahm er als Kommandeur die I. Gruppe des Sturzkampfgeschwaders 1.

Hitschhold erhielt das Ritterkreuz am 21. Juli 1940 als Major und Gruppenkommandeur der I./Sturzkampfgeschwader 2 “Immelmann” für herausragende Leistungen während des Westfeldzuges, einschließlich Einsätzen gegen Fort Eben Emael, der Zerstörung französischer Stellungen bei Gembloux, Operationen gegen britische Schiffe bei Dünkirchen und der Vernichtung feindlicher Batterien während des Aisne-Übergangs.

Das Eichenlaub, die 57. Verleihung dieser Stufe, erhielt er am 31. Dezember 1941 für Erfolge während der Balkan-Kampagne und der Operation Barbarossa. Besonders hervorzuheben sind seine Verdienste bei der Durchbruchsunterstützung am Rupel-Pass und während der Schlacht um Kreta, wo seine Einheit die britischen Zerstörer Greyhound (22. Mai 1941), Kelly und Kashmir (23. Mai 1941) versenkte. Am 22. Juni 1941, dem ersten Tag der Operation Barbarossa, wurde er hinter feindlichen Linien abgeschossen, konnte jedoch durch die Entschlossenheit von Leutnant Freitag, der neben der abgeschossenen Maschine landete, gerettet werden.

Vom 16. Oktober 1941 bis Juni 1942 kommandierte Hitschhold die Sturzkampffliegerschule 1 in Wertheim. Am 18. Juni 1942 übernahm er das Schlachtgeschwader 1 und setzte sich erfolgreich für die Umrüstung auf die neue Fw 190 ein. Nach seiner Beförderung zum Oberstleutnant am 1. Februar 1943 und der Übergabe des Geschwaders am 10. Juni 1943 wurde er Fliegerführer bei der Luftflotte 2 auf Sardinien und in Italien. Nach dem Tod von Dr. Ernst Kupfer berief ihn das OKL zum General der Schlachtflieger. Unter seiner Führung lief die Produktion der Ju 87 aus, während die Schlachtgeschwader auf die Fw 190 umgestellt wurden. Er wurde am 1. Juli 1944 zum Oberst und am 1. Januar 1945 zum Generalmajor befördert.

Die Deutsche Bundesarchive substantiieren 7.161 offiziell verliehene Ritterkreuze und 863 Eichenlaub-Verleihungen, obwohl die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger (AKCR) 882 Empfänger nennt. Das Eichenlaub wurde siebenmal 1940 verliehen, 50-mal 1941, 111-mal 1942, 192-mal 1943, 328-mal 1944 und 194-mal 1945. Die Schwerter wurden 147-mal verliehen, die Brillanten 27-mal, und das Goldene Eichenlaub nur einmal an Hans-Ulrich Rudel am 29. Dezember 1944.

Nach dem Krieg wurde Hitschhold als Brigadegeneral in die Bundesluftwaffe übernommen. Nach dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 ist das Tragen der Auszeichnung in der Bundesrepublik Deutschland nur ohne nationalsozialistische Embleme gestattet. Die Sammlung vermerkt, dass Hitschhold als Brigadegeneral eine Feldspange mit einem Luftwaffe-Adler mit Hakenkreuz trug, was seine fortgesetzte Verbundenheit mit seinen Kriegsauszeichnungen zeigt. Er lebte am Starnberger See und verstarb am 10. März 1966 in Söcking, wo er begraben liegt.

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