Signal - Sonderausgabe der " Berliner Illustrierten Zeitung " - Jahrgang 1942 Heft Nr. D/I 9 ( deutsch/italienisch )

komplett mit den Farbseiten, Zustand 2.
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Signal - Sonderausgabe der " Berliner Illustrierten Zeitung " - Jahrgang 1942 Heft Nr. D/I 9 ( deutsch/italienisch )

Signal - Die illustrierte Propagandazeitschrift des Dritten Reiches

Die vorliegende Ausgabe von Signal aus dem Jahrgang 1942, Heft Nr. D/I 9, stellt ein bedeutendes zeithistorisches Dokument der nationalsozialistischen Propagandamaschinerie während des Zweiten Weltkriegs dar. Als Sonderausgabe der renommierten “Berliner Illustrierten Zeitung” erschien Signal in einer deutsch-italienischen Version, die die enge Achsenmacht-Allianz zwischen dem Deutschen Reich und dem faschistischen Italien unter Benito Mussolini widerspiegelte.

Geschichte und Entstehung

Signal wurde erstmals im April 1940 vom Deutschen Verlag in Berlin herausgegeben, der dem Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachfolger, unterstand. Die Zeitschrift stand unter der direkten Aufsicht der Wehrmacht-Propagandaabteilung und diente als wichtigstes illustriertes Propagandamedium für das Ausland. Im Gegensatz zu rein innenpolitischen Propagandapublikationen zielte Signal darauf ab, ein positives Bild des nationalsozialistischen Deutschlands und seiner militärischen Erfolge in ganz Europa und darüber hinaus zu verbreiten.

Die Zeitschrift erschien zweiwöchentlich und erreichte eine Auflage von bis zu 2,5 Millionen Exemplaren auf dem Höhepunkt ihrer Verbreitung. Signal wurde in über 20 Sprachen übersetzt und in mehr als 30 Ländern vertrieben, was sie zu einer der am weitesten verbreiteten Publikationen der Kriegszeit machte. Die deutsch-italienische Ausgabe war eine von mehreren bilingualen Versionen, die speziell für Achsenmächte und verbündete Nationen produziert wurden.

Das Jahr 1942 - Historischer Kontext

Das Jahr 1942 markierte einen kritischen Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. Während die Wehrmacht zu Beginn des Jahres noch bedeutende Gebiete in Osteuropa, Nordafrika und der Sowjetunion kontrollierte, begann sich das Kriegsglück allmählich zu wenden. Die Schlacht von Stalingrad (August 1942 bis Februar 1943) und die Schlacht von El Alamein (Oktober-November 1942) sollten den Beginn der deutschen Niederlagen markieren. In diesem Kontext wurde die Propagandaarbeit von Signal umso wichtiger, um die Moral der Achsenmächte aufrechtzuerhalten und militärische Rückschläge zu verschleiern oder umzudeuten.

Die italienisch-deutsche Zusammenarbeit, die in dieser zweisprachigen Ausgabe zum Ausdruck kommt, war 1942 bereits durch militärische Misserfolge in Nordafrika und auf dem Balkan belastet. Dennoch versuchte die Propaganda, die Einheit und Stärke der Achsenmächte zu betonen.

Gestaltung und Inhalt

Signal zeichnete sich durch seine hohe drucktechnische Qualität aus. Die Zeitschrift verwendete hochwertiges Papier und enthielt zahlreiche Farbfotografien, was für die damalige Zeit außergewöhnlich war. Die erwähnten “Farbseiten” waren ein charakteristisches Merkmal, das Signal von anderen Propagandapublikationen abhob. Diese wurden durch die modernsten Drucktechniken der Zeit hergestellt und zeigten oft heroisierende Darstellungen von Soldaten, Waffen und Kriegsschauplätzen.

Die Fotografien stammten von der Propaganda-Kompanie (PK) der Wehrmacht, deren Kriegsberichterstatter an allen Fronten tätig waren. Namhafte Fotografen wie Hanns Hubmann, Benno Wundshammer und andere trugen zu den visuell beeindruckenden Bildstrecken bei. Die Texte waren sorgfältig formuliert, um militärische Erfolge zu glorifizieren und die Überlegenheit der deutschen Kriegsführung darzustellen.

Propagandistische Funktion

Signal verfolgte mehrere propagandistische Ziele: Erstens sollte es die militärischen Erfolge der Wehrmacht dokumentieren und überhöhen. Zweitens diente es der Festigung der Bündnisse mit den Achsenmächten und verbündeten Staaten. Drittens zielte es darauf ab, in neutralen Ländern Sympathien für das Deutsche Reich zu wecken. Die zweisprachige deutsch-italienische Ausgabe unterstreicht besonders die zweite Funktion.

Die Zeitschrift vermied dabei oft die extremsten Formen antisemitischer oder rassistischer Hetze, die in innerdeutschen Publikationen wie “Der Stürmer” üblich waren. Stattdessen konzentrierte sich Signal auf eine modernere, visuell orientierte Propaganda, die durch ästhetische Überzeugung wirken sollte.

Sammlerwert und historische Bedeutung

Heute sind gut erhaltene Exemplare von Signal wichtige Quellen für die Erforschung der nationalsozialistischen Propaganda und der Kriegsfotografie. Der angegebene “Zustand 2” (nach der üblichen Sammlerskala von 1-6, wobei 1 neuwertig ist) deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit nur leichten Gebrauchsspuren hin. Die Vollständigkeit inklusive der Farbseiten erhöht den historischen und dokumentarischen Wert erheblich, da viele Exemplare im Laufe der Jahrzehnte beschädigt wurden oder Seiten verloren haben.

Für Historiker und Sammler militärhistorischer Dokumente bieten solche Ausgaben einen unverstellten Einblick in die Selbstdarstellung des NS-Regimes und seiner Verbündeten während des Krieges. Sie dokumentieren nicht nur die propagandistische Strategie, sondern auch die technischen und gestalterischen Möglichkeiten der damaligen Zeit.