Wehrmacht: großer Nachlass des Ritterkreuzträgers Major Walter Köster, Kommandeur III./Infanterie-Regiment (mot) 156

Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz 1939, eine klassische Fertigung der Firma C.E. Juncker, Berlin. Geschwärzter Eisenkern an Silberzarge. Rückseitig gestempelt "800 L/12". Leicht getragen, in gutem Zustand. Komplett mit dem getragenen original Halsband. Dazu das vorläufige Besitzzeugnis zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgestellt auf "Hauptmann Köster, III./I.R. (mot) 156", datiert " HQ u OKH, den 31. Oktober 1941". Mit Original-Tintenunterschrift Der Oberbefehlshaber des Heeres "von Brauchitsch" Generalfeldmarschall.3500
Übersendungsschreiben für die Urkunde vom Gen. Kdo. XXXXVIII. Pz. Korps an die 16. Inf.-Division (mot) und vom Inf.-Rgt. (mot) 156. Auszug aus dem Div.-Tagesbefehl Nr. 85 und 87. : 1. Verleihung des Ritterkreuz durch den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht und 2. Anerkennung des Führers für die hervorragenden Leistungen am 28.9.41 auf dem Schlachtfelde bei Belozerkowka. Feldpostbrief an die Ehefrau mit dem Glückwunsch zur Ritterkreuzverleihung durch den Kommandant des Stabsquartiers des stellv. Generalkommandos VI. A.K. . Dazu 3 Zeitungsausschnitte "Der Gelsenkirchener Ritterkreuzträger Walter Köster..", ein Anschreiben der Gelsenkirchener Allgemeinen Zeitung vom 13.11.41 .
23 original Fotos von Major Köster mit Ritterkreuz, sehr schöne Fotos der Verleihung, Portraitfotos und als Major beim Heimatbesuch 1942.
Eisernes Kreuz 1939 1. Klasse, Hersteller "65". Getragenes Stück. Dazu das Vorläufige Besitzzeugnis und die Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 1. Klasse, ausgestellt 23. Juni 1940, beide Urkunden mit original Unterschrift "Eberhardt" Generalmajor und Kommandeur der 60. Infanterie-Division. Dazu ein sehr schönes Portraitfoto um 1940 mit dem frisch verliehenen EK 1 . Dazu das Eiserne Kreuz 1939 2. Klasse am Band, Zustand 2. Weiterhin das Band zum EK, welches im Knopfloch getragen wurde.
Infanteriesturmabzeichen in Bronze, ohne Hersteller. Getragen. Dazu das Besitzzeugnis, ausgestellt im Felde 15.10.1941. Dazu die Abschrift des Besitzzeugnis.
Übersendungsschreiben vom Gen. Kdo. XXXXVIII. Pz. Korps an die 16. Inf.-Division (mot) für die "Anerkennungsurkunde des Herrn Oberbefehlshabers des Heeres für Hauptmann Köster, Kdr. III./I.R. 156 (mot).
Winterschlachtmedaille im Osten, Feinzink, am Band, ungetragen. Dazu die Verleihungsurkunde, posthum ausgestellt an "Major Köster, Kommandeur III./Gren. Rgt. (mot) 156", datiert 25.8.1943. Dazu das Anschreiben an die Witwe zur Übersendung der Winterschlachtmedaille, datiert 23.9.1943. 
Ordensschnalle mit WH Dienstauszeichnung für 12 und 4 Jahre. Dazu die beiden Verleihungsurkunden, ausgestellt 1936 und 1939.
Große "Düsseldorfer Kunstmappe 1941", innen mit handschriftlicher Geschenkwidmung des Gauleiters Florian "Herrn Major Köster als Erinnerung an seine Urlaubstage in Düsseldorf mit den besten Soldatenglückwünschen zugeeignet. Am 12. Mai 1942".
Kriegsurlaubsschein in die Heimat nach Düsseldorf April 1942, dazu ein Berechtigungsschein als Ostfrontkämpfer "wöchentlich 2 Eier zu empfangen".. beides ausgestellt Feldpost-Nr. ,4912 A.
Wehrmacht Erkennungsmarke "Nr. 1 13/I.R. 243", Aluminium, am Halstrageband. Paar Schulterstücke als Hauptmann und Major der Infanterie, beide getragen. 
Schiffchen für Offiziere der Infanterie, frühe Ausführung um 1940. Viel getragen, mit Mottenschäden, Zustand 2-3.
Wehrmacht Miniatur des Heeres Offiziersdolch. Große Ausführung, Länge 23,5 cm, ohne Hesteller. Leichte Altersspuren, Zustand 2.
Ernennungsurkunde zum Polizeileutnant, ausgestellt Berlin, den 13. November 1933.
Ernennungsurkunde zum Polizeileutnant 1933 sowie zum Oberleutnant der Landespolizei, 1935, mit original Unterschrift "Daluege".
Übernahmeurkunde vom Oberleutnant der Landespolizei zum Oberleutnant in der Wehrmacht , datiert 11. März 1936, mit original Unterschrift "Der Reichskriegsminister Blomberg". Ernennungsurkunde zum Hauptmann, datiert Berlin, den 28. Februar 1938 mit original Unterschrift "Der Oberbefehlshaber des Heeres von Brauchitsch". Abschrift der posthumen Beförderung zum Oberstleutnant, datiert 11. Oktober 1943.
Große Urkunde "Ehrenscheibenschiessen des Unteroffizierskorps der 123./39 am 1. Oktober 1938 mit Gewehr 98 k" als bester Schütze 150 Meter liegend freihändig an Hauptmann Köster. Weiterhin 11 beschriftete Schießscheiben, geschossen beim Inf.-Regt. 11 in Wesel, 1936.

8 Zeitungsauschnitte "Ritterkreuzträger Major Walter Köster gefallen". Beileidsschreiben des Major Köster, Kommandeur Feldpost Nr. 04912A (Infanterie-Rgt. 1, III. Btl.) an die Witwe mit Briefumschlag. Beileidsschreiben des Oberst v. T.. Kommandeur Feldpost Nr. 00332 (Jäger Regiment 56) an die Witwe mit Briefumschlag. Beileidschreiben des Oberbürgermeisters von Düsseldorf an die Witwe, datiert 6. August 1942. Kopie des Beileidsschreibens des Kommandeurs der 16. Inf. Div. (mot), datiert 6.8.1942.
Dazu die persönliche Brieftasche von Major Köster mit Militär-Führerschein, Feldgesangbuch, Foto seines kommandieren Generals und weiteren Unterlagen - von Granatsplittern durchlöchert.
2 vorgedruckte Dankschreiben der Witwe "Düsseldorf, im Dezember 1942".
Übersendungsschreiben des Wehrbezirkskommando Düsseldorf mit der Überlassung des Wehrpasses an die Witwe, datiert 8. Oktober 1943. 
Reichssportabzeichen Ausweisbuch von 1935, Ariernachweis vom Inf.Rgt. 79 zur Hochzeit 1936, Reisepaß der Freien Stadt Danzig 1939, Reisepaß Deutsches Reich1939, Reichskleiderkarte der Stadt Düsseldorf. Befehl des Kommandeur der 16. Inf. Div. "Geheim" datiert 17.7.1941: Übertragung der Führung des Feld.Ers. Btl. 66 an Hauptmann Köster. Heeresstandortverwaltung Düsseldorf: 3 Erläuterungen der zu zahlenden Friedensgebührnisse, datiert 1940 und 1941. Weiterhin noch 30 Fotos von 1933 bis 1942, Frankreichfeldzug, Rußland, etc.
Weiterhin 4 nichttragbare Sportauszeichnungen in Leichtathletik und Fußball aus den Jahren 1930, 1934, Band zum Danziger Ehrenkreuz.

Major Köster fiel am 31.7.1942 bei den Angriffskämpfen am unteren Don. Ein wirklich umfangreicher Nachlass eines tapferen Frontoffiziers, in dieser Vollständigkeit nur selten zu finden.

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Wehrmacht: großer Nachlass des Ritterkreuzträgers Major Walter Köster, Kommandeur III./Infanterie-Regiment (mot) 156

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 1939 repräsentiert die höchste militärische Auszeichnung im nationalsozialistischen Deutschland während des Zweiten Weltkriegs, eingeführt am 1. September 1939 durch Adolf Hitler mittels der Verordnung zur Wiedereinführung des Eisernen Kreuzes. Diese Auszeichnung setzte die preußische Tradition des Eisernen Kreuzes fort, das erstmals 1813 während der Befreiungskriege gegen Napoleon eingeführt worden war. Die erste Verleihung erfolgte am 30. September 1939 nach dem deutschen Überfall auf Polen, der den Beginn des Zweiten Weltkriegs in Europa markierte.

Das vorliegende Ritterkreuz wurde von der Firma C.E. Juncker, Berlin gefertigt, einem traditionsreichen Unternehmen, das 1851 von Carl Eduard Juncker gegründet wurde. Die Firma hatte ihren Sitz in der Alten Jakobstraße 13, Berlin SW 68, und wurde nach 1939 offizieller Lieferant der Präsidialkanzlei. Juncker-Kreuze trugen die Stempelung “L/12” (Code der Präsidialkanzlei) oder später “2” neben der Silberpunze “800”. Das Hauptquartier der Firma wurde 1944 durch alliierte Luftangriffe nahezu vollständig zerstört.

Die physische Form des Ritterkreuzes entspricht einer Tatzenkreuz-Form – ein Kreuz mit Armen, die in der Mitte schmal sind und zum Rand hin breiter werden. Die typischen Abmessungen betragen etwa 48,19 mm in der Breite und 54,12 mm in der Höhe, mit einem Gewicht von circa 28,79 Gramm ohne Bandaufhängung. Das Material besteht aus einem geschwärzten Eisenkern (magnetisch) mit Silberfassung, wobei der Silbergehalt 800/1000 beträgt. Auf der Vorderseite befindet sich zentral ein geprägtes bewegliches Hakenkreuz sowie das geprägte Datum “1939” auf dem unteren Arm. Die Rückseite zeigt das geprägte Datum “1813” auf dem unteren Arm und trägt die Stempelung “800” und “L/12”. Getragene Exemplare weisen charakteristische Lackabnutzungen am Eisenkern auf, besonders an den erhabenen Bereichen des Hakenkreuzes. Das Ritterkreuz wurde an einem schwarz-weiß-roten Band (preußische Farben) um den Hals getragen, das 30 Millimeter breit war.

Die Verleihungskriterien waren außerordentlich streng. Das Ritterkreuz wurde verliehen zur Anerkennung außergewöhnlicher Tapferkeit im Kampf oder herausragender militärischer Führungsleistungen. Als Voraussetzung musste ein Soldat bereits das Eiserne Kreuz 1. Klasse von 1939 besitzen, obwohl in einigen Fällen das Eiserne Kreuz 1. Klasse gleichzeitig mit dem Ritterkreuz verliehen wurde. Die Auszeichnung wurde über alle Dienstgrade hinweg verliehen, vom ranghöchsten Kommandeur für herausragende Führungsleistungen bis zum einfachen Soldaten für eine einzelne Tat militärischer Tapferkeit. Spezifische Kriterien umfassten beispielsweise die Versenkung von 100.000 Bruttoregistertonnen feindlicher Schiffe für U-Boot-Kommandanten oder 20 Luftsiege für Jagdflieger, wobei die Kriterien gegen Ende des Krieges gelockert wurden.

Das Ritterkreuz stellte die höchste militärische Auszeichnung dar, wobei das Großkreuz nur einmal an Hermann Göring verliehen wurde. Höhere Grade wurden progressiv eingeführt: Ritterkreuz mit Eichenlaub (1940), Eichenlaub und Schwertern (1941), Eichenlaub, Schwertern und Brillanten (1941) sowie Goldenes Eichenlaub, Schwerter und Brillanten (1944). Die häufigsten Ritterkreuze wurden von Steinhauer & Lück in Lüdenscheid produziert und trugen die Markierung “800” auf der Rückseite. Juncker fertigte mehrere Varianten; die letzte Variante mit einer “liegenden 2” wurde von Ende 1944 bis Mai 1945 verliehen.

Nach Angaben der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger des Eisernen Kreuzes wurden insgesamt 7.318 Ritterkreuze verliehen sowie 882 Eichenlaub, 159 Schwerter, 27 Brillanten, 1 Goldenes Eichenlaub und 1 Großkreuz. Die letzte rechtsgültige Verleihung musste vor 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit am 8. Mai 1945 erfolgen, als die deutsche Kapitulation wirksam wurde; Verleihungen nach diesem Datum, die letzte am 17. Juni 1945, gelten als de facto, aber nicht de jure Auszeichnungen.

Dieses spezifische Ritterkreuz wurde Hauptmann Walter Köster, Kommandeur des III./Infanterie-Regiment (mot) 156 der 16. Infanterie-Division (motorisiert), verliehen. Die 16. Infanterie-Division (mot), genannt “Windhund”, nahm 1941 am Balkanfeldzug teil und war am Unternehmen Barbarossa mit der Heeresgruppe Süd beteiligt. Sie stieß auf den Kaukasus vor, wobei Einheiten am 14. September 1942 bis auf 20 Meilen an Astrachan herankamen – der östlichste Punkt, den eine deutsche Einheit während des Krieges erreichte. Die Division nahm auch an der Schlacht von Stalingrad teil. Hauptmann Köster erhielt das Ritterkreuz am 30. Oktober 1941 für die Führung eines Angriffs gegen das stark verteidigte sowjetische Dorf Belozerkowka trotz schweren Abwehrfeuers, wobei er die Sowjets überraschte und das Dorf im Nahkampf eroberte. Major Köster fiel am 31. Juli 1942 bei Angriffskämpfen am unteren Don.

Im Nachkriegsdeutschland verbot die Bundesrepublik Deutschland das Tragen nationalsozialistischer Insignien. 1957 autorisierte die deutsche Regierung ein Ersatz-Ritterkreuz mit einer Eichenlaubspange anstelle des Hakenkreuzes, das von Ritterkreuzträgern des Zweiten Weltkriegs getragen werden durfte. Die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger wurde 1955 in Köln von Alfred Keller gegründet. 1999 untersagte der SPD-Verteidigungsminister Rudolf Scharping jegliche Kontakte zwischen der Bundeswehr und der Vereinigung mit der Begründung, dass sie und viele ihrer Mitglieder neonazistische und revanchistische Ideen teilten. Heute sind solche Auszeichnungen bedeutende militärhistorische Dokumente, die Zeugnis ablegen von einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte und dem individuellen Schicksal ihrer Träger.

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