Zaristisches Russland Schirmmütze für Offiziere des 5. Alexandria Husaren-Regiment I.M. Kaiserin Alexandra Feodorovna
Die Schirmmütze des 5. Alexandria Husaren-Regiments I.M. Kaiserin Alexandra Feodorovna repräsentiert einen bedeutenden Aspekt der militärischen Kultur des zaristischen Russlands in der späten Kaiserzeit. Dieses Regiment gehörte zu den prestigeträchtigsten Einheiten der russischen Kavallerie und trug den Namen der Gemahlin Zar Nikolaus II., Kaiserin Alexandra Feodorovna.
Das 5. Alexandria Husaren-Regiment wurde ursprünglich 1803 gegründet und erhielt 1826 seinen ehrenvollen Namenszusatz zu Ehren der damaligen Kaiserin Alexandra Feodorovna, der Gemahlin Zar Nikolaus I. Diese Tradition der Benennung nach Mitgliedern der Zarenfamilie war in der russischen Armee weit verbreitet und verlieh den entsprechenden Regimentern besondere Ehre und Status. Das Regiment war Teil der Gardekavallerie und spielte eine wichtige repräsentative Rolle bei Paraden und zeremoniellen Anlässen.
Die hier beschriebene Offiziersmütze stammt aus der Zeit um 1910, einer Periode, in der das Russische Reich seine letzte Blütezeit erlebte, bevor der Erste Weltkrieg und die Revolution von 1917 das Zarenreich zum Einsturz brachten. Die Uniform- und Kopfbedeckungsvorschriften dieser Zeit waren im Beschreibung der Uniformen und Ausrüstung der russischen Armee von 1907-1909 detailliert festgelegt.
Die Sattelform der Mütze war charakteristisch für die Husarenregimenter und unterschied sich deutlich von den Kopfbedeckungen anderer Waffengattungen. Das schwarze Tuch mit weißen Vorstößen entsprach den Regimentsfarben der Alexandria-Husaren. Die Farbkombinationen waren streng reglementiert und ermöglichten die sofortige Identifikation der Regimentszugehörigkeit. Der rote Mützenbund war ein weiteres distinktives Merkmal dieser Einheit.
Die vorne angebrachte große Metallkokarde war ein wesentliches Element der zaristischen Militärkopfbedeckungen. Sie zeigte typischerweise die schwarz-orange-weiße Farbkombination des Romanow-Hauses und symbolisierte die Loyalität des Trägers zum Zaren. Der schwarz lackierte Schirm war Standard bei Offiziersmützen und diente nicht nur dem praktischen Schutz vor Sonne und Regen, sondern auch der eleganten Erscheinung.
Die Innenkonstruktion mit braunem Lederschweißband und schwarzem Futter entsprach den hohen Qualitätsstandards, die an Offiziersausrüstung gestellt wurden. Die Größe 54 war eine gängige Kopfgröße. Die mehrfachen Stempel und die handschriftliche Signatur im Schweißband sind typisch für die Herstellungspraxis dieser Zeit. Militärische Kopfbedeckungen wurden oft von spezialisierten Hoflieferanten oder renommierten Mützenmachern in St. Petersburg oder Moskau gefertigt. Diese Signaturen ermöglichen heute manchmal die Zuordnung zu bestimmten Werkstätten.
Offiziere der zaristischen Armee mussten ihre Uniformen und Ausrüstungsgegenstände selbst erwerben, was erhebliche finanzielle Mittel erforderte. Eine solche hochwertige Schirmmütze stellte eine beträchtliche Investition dar und wurde entsprechend sorgfältig behandelt. Die Tatsache, dass dieses Exemplar in gutem Erhaltungszustand überlebt hat, zeugt von der Qualität der Verarbeitung und möglicherweise davon, dass es nicht im aktiven Felddienst getragen wurde.
Die Husaren waren eine leichte Kavalleriewaffengattung ungarischen Ursprungs, die im 18. Jahrhundert in den meisten europäischen Armeen eingeführt wurde. In Russland entwickelten sie sich zu einer Elite-Einheit mit besonders prächtigen Uniformen. Die Alexandria-Husaren trugen bei Paraden ihre charakteristische Attila (Husarenjacke) und Pelzmütze (Kolpak), während die Schirmmütze zur Ausgehuniform und für den täglichen Dienst gehörte.
Nach der Oktoberrevolution 1917 wurden alle zaristischen Regimenter aufgelöst und ihre Traditionen ausgelöscht. Viele Offiziere flohen ins Exil und nahmen ihre Uniformteile mit, was erklärt, warum solche Objekte heute in Sammlungen weltweit zu finden sind. Diese Kopfbedeckungen sind heute wichtige historische Zeugnisse einer untergegangenen Welt und erlauben Einblicke in die militärische Kultur des zaristischen Russlands.
Für Sammler und Historiker sind solche Objekte von besonderem Wert, da sie authentische Beispiele der Handwerkskunst und der militärischen Ästhetik dieser Epoche darstellen. Der Zustand 2 (gut erhalten) macht dieses Stück zu einem wertvollen historischen Dokument, das die hohen Standards der zaristischen Militärschneiderkunst eindrucksvoll demonstriert.