Wehrmacht großer Ordens- Uniform und Urkundennachlass aus dem Besitz des Trägers des Deutschen Kreuz in Gold Hauptmann Willi Meyne, Chef 1./ Artillerie-Regiment Nr. 30, 10. Infanterie-Division

Wehrmacht Feldbluse als Hauptmann der Artillerie. Fertigung aus feldgrauem Gabardine, dunkelgrüner Kragen, komplett mit allen Effekten. Metallfaden handgestickter Brustadler, per Hand vernäht, die Kragenspiegel maschinell vernäht, eingenähte nicht paarige ! Schulterstücke. Komplett mit allen Auszeichnungen von Hauptmann Meyne: auf der rechten Brust das Deutsche Kreuz in Gold, schwere Fertigung der Fa. Deschler, rückseitig mit 4 Nieten, ohne Herstellerbezeichnung. Im Knopfloch die Ehrenblattspange des Heeres original vernäht. Auf der Brust kleine Feldspange mit 3 Auszeichnungen: Eisernes Kreuz 1939 2. Klasse, Medaille Winterschlacht im Osten und Erinnerungsmedaille 1. Oktober 1938. Darunter angesteckt das Eiserne Kreuz 1939 1. Klasse, das Allgemeine Sturmabzeichen und das Verwundetenabzeichen 1939 in Silber. Auf dem rechten Oberarm aufgenäht das "Demjansk-Schild 1942", Eisen auf feldgrauer Tuchunterlage. Die Feldbluse ist deutlich getragen mit diversen Mottenschäden, Zustand 3. Die Auszeichnungen alle getragen, der Demjansk-Schild flugrostig. Dazu die Schirmmütze als Offizier der Artillerie, typische Fertigung der Fa. Erel, Berlin. Weiche Sattelform, komplett mit dem Schirmmützenadler au Aluminium, Metallfaden-handgestickter Eichenlaubkranz mit handgestickter Kokarde. Innen mit hellem Schweißband, seitlich mit Herstellerbezeichnung ""Erel" Stirnschutz D.R.G.M. D.R.P. angem.", gelbes Seidenfutter, unter dem Zelluloidtrapez mit Hersteller "Erel Sonderklasse Extra". Die Schirmmütze stark getragen, auf dem Mützendeckel mit leichtem Mottenschaden, innen das Schweißband beschädigt.
Dazu ein sehr schönes Portraitfoto von Hauptmann Meyne. Weiterhin das Besitzzeugnis zum Demjansk-Schild, ausgestellt 31. Dezember 1943 sowie zur Medaille Winterschlacht im Osten, verliehen am 15. August 1942. 
Weiterhin 2 Aktenordner randvoll mit zahlreichen original Unterlagen von Hauptmann Heyne, darunter: Teilnehmerurkunde am 1. Reichsleistungskampf der Studierenden an den Deutschen Hoch und Fachschulen im Reichsberufswettkampf 1936, ein Zeugnis der Reichsjägerschaft vom 23. Mai 1944 für den Jahresjagdschein, Nachrichtenblatt für den Einheitsführer zur nationalsozistischen Führung der Truppe, datiert 24.2.1944 mit Berichten von den verschiedenen Fronten und dem Heimatkriegsgebiet. Rundschreiben des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe Nord vom 12.2.1944, ein Anerkennungschreiben des Adjutant Generalkommando X. Armeekorps and Hauptmann Meine, datiert 12.5.1944 - für "die vorzügliche Betreuung und Pflege der Pferde bei der 1. Batterie". Diverse Divisions-Tagesbefehle von 1944, teils als "Geheim" gestempelt. Ein Schriftsatz der I./ Abteilung Artillerie-Regiment 30 vom 17.10.1942, Bericht über einen Streitfall innerhalb der Einheit. Manöverunterlagen aus dem Jahr 1941, ein großer Bericht "Die Zeit im Rheinland/Feldzug im Westen" von 1940, insgesamt 45 Seiten. Weiterhin 65 Feldpostbriefe von und an Meyne aus der Zeit vom 20. Juni 1941 bis zum Kriegende am 3. April 1945. Weiterhin ein "Begleitzettel für entlauste Verwundete und Kranke" vom 18.3.1944 und ein frühes Foto aus der Friedenszeit als Rekrut.
Alle Schreiben, Urkunden, Dokumente und Feldpostbriefe wurden vom Vorbesitzer ins englische übersetzt und liegen ausgedruckt anbei.

Ein umfangreicher Nachlaß eines tapferen Artillerieoffiziers, in unberührter Originalerhaltung, wie er gefunden wurde.

Willi Meyne, geboren am 6.9.1917 in Schmielau, Schleswig-Holstein". Seine beiden Brüder kämpften ebenfalls an der Ostfront. Nach dem Westfeldzug nahm Meyne am gesamten Russlandfeldzug teil. Nach seiner Verwundung im März 1944 kehrte er im September 1944 zu seiner Einheit zurück, weitere Verwundung im Oktober/November 1944, Verlegung ins Lazarett nach Bad Harzburg, der letzte Brief von ihm war am 9. Januar 1945. Willi Meyne überlebte durch seine Verwundung den Krieg und starb im Jahr 1974 in seiner Heimat im Kreis Lauenburg Schleswig-Holstein.
456696
12.500,00

Wehrmacht großer Ordens- Uniform und Urkundennachlass aus dem Besitz des Trägers des Deutschen Kreuz in Gold Hauptmann Willi Meyne, Chef 1./ Artillerie-Regiment Nr. 30, 10. Infanterie-Division

Der vorliegende Nachlass eines deutschen Artillerieoffiziers des Zweiten Weltkriegs bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die militärische Auszeichnungskultur und den Alltag der Wehrmacht während des Ostfeldzugs. Die Uniform, die persönlichen Dokumente und die umfangreiche Korrespondenz dokumentieren das Leben und die Erfahrungen eines Hauptmanns der Artillerie, der mehrere bedeutende Auszeichnungen für seinen Einsatz erhielt.

Die Feldbluse repräsentiert die typische Offiziersuniform der Wehrmacht, gefertigt aus feldgrauem Gabardine mit dunkelgrünem Kragen. Der handgestickte Brustadler aus Metallfaden und die Kragenspiegel entsprechen den Uniformvorschriften für Offiziere der Artillerie. Die Schulterstücke kennzeichnen den Rang eines Hauptmanns, der in der Hierarchie der Wehrmacht eine Kompaniechef-Position innehatte.

Besonders hervorzuheben ist das Deutsche Kreuz in Gold, eine der höchsten Auszeichnungen der Wehrmacht, die am 28. September 1941 gestiftet wurde. Sie wurde verliehen für wiederholte Bewährung im Kampf und stellte eine Zwischenstufe zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz dar. Die vorliegende Ausführung stammt von der Firma Deschler & Sohn aus München, einem der führenden Hersteller militärischer Auszeichnungen. Die schwere Fertigung mit vier Nieten auf der Rückseite entspricht der frühen Produktionsweise dieser prestigeträchtigen Auszeichnung.

Die Ehrenblattspange des Heeres war eine weitere bedeutende Auszeichnung, die nur für außergewöhnliche Einzeltaten im Kampf verliehen wurde. Sie wurde am 30. Januar 1944 gestiftet und erforderte eine detaillierte Dokumentation der Heldentat. Das Tragen im Knopfloch der Feldbluse entsprach den Tragevorschriften.

Das Demjansk-Schild, das auf dem rechten Oberarm angebracht ist, erinnert an eine der härtesten Kesselschlachten des Ostfeldzugs. Vom 8. Februar bis 21. April 1942 waren etwa 100.000 deutsche Soldaten bei Demjansk eingeschlossen und konnten nur durch eine Luftbrücke versorgt werden. Das Schild wurde am 25. April 1943 gestiftet und an Teilnehmer dieser Schlacht verliehen. Die Verleihungsurkunde vom 31. Dezember 1943 dokumentiert die offizielle Anerkennung dieser Kampfteilnahme.

Die Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42, umgangssprachlich als “Gefrierfleischorden” bezeichnet, wurde für die Teilnahme am ersten Winterfeldzug verliehen. Sie dokumentiert die extremen Bedingungen, unter denen die deutschen Truppen während des ersten russischen Winters kämpften, als Temperaturen bis minus 40 Grad Celsius herrschten.

Die Schirmmütze der Firma Erel aus Berlin repräsentiert eine der hochwertigsten Herstellungen von Offiziersmützen der Wehrmacht. Die Firma Erel war für ihre “Sonderklasse Extra”-Fertigung bekannt, die sich durch besondere Materialqualität und Verarbeitung auszeichnete. Der handgestickte Eichenlaubkranz und die Sattelform entsprechen der typischen Offiziersausführung.

Die umfangreichen Dokumente bieten einen tiefen Einblick in den militärischen Alltag. Die Feldpostbriefe vom 20. Juni 1941 bis 3. April 1945 decken fast die gesamte Dauer des Ostfeldzugs ab. Der Beginn der Korrespondenz unmittelbar nach dem Unternehmen Barbarossa (22. Juni 1941) dokumentiert die Teilnahme von Anfang an.

Die Divisions-Tagesbefehle und als “Geheim” gestempelten Dokumente illustrieren die administrative und operative Realität einer Artillerieeinheit. Das Anerkennungsschreiben vom 12. Mai 1944 für die “vorzügliche Betreuung und Pflege der Pferde” unterstreicht die weiterhin wichtige Rolle bespannter Artillerie in der Wehrmacht, die nie vollständig motorisiert wurde.

Das Artillerie-Regiment 30 gehörte zur 10. Infanterie-Division, einer Einheit, die im Oktober 1934 aufgestellt wurde und während des gesamten Krieges an verschiedenen Fronten eingesetzt war. Im Westfeldzug 1940 und anschließend im Ostfeldzug kämpfte die Division in schweren Abwehrschlachten.

Der “Bericht über die Zeit im Rheinland/Feldzug im Westen” von 1940 mit 45 Seiten bietet wertvolles Primärquellenmaterial über die militärischen Operationen während des Frankreichfeldzugs. Solche zeitgenössischen Berichte sind für die historische Forschung von unschätzbarem Wert.

Die biografischen Informationen dokumentieren einen typischen Werdegang eines jungen Offiziers der Wehrmacht. Geboren 1917, gehörte er zur Generation, die ihre formative militärische Ausbildung bereits in der Vorkriegszeit erhielt. Die Teilnehmerurkunde am Reichsleistungskampf 1936 zeigt die Integration militärischer Werte in das Bildungssystem der NS-Zeit.

Die mehrfachen Verwundungen 1944 und die anschließenden Lazarettaufenthalte spiegeln die zunehmende Intensität der Kämpfe im letzten Kriegsjahr wider. Das Überleben bis 1974 macht diesen Nachlass zu einem Zeugnis eines kompletten Lebenswegs, von der Vorkriegszeit über den Krieg bis zur Nachkriegszeit.

Dieser Nachlass ist ein bedeutendes Ensemble militärhistorischer Objekte, das nicht nur die materielle Kultur der Wehrmacht dokumentiert, sondern durch die umfangreiche Korrespondenz und Dokumentation auch persönliche Perspektiven auf eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte bietet.

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