Allgemeines Sturmabzeichen - Wurster

Feinzink, rückseitig Markierung "W", der Haken repariert. Getragen, Zustand 2.
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300,00

Allgemeines Sturmabzeichen - Wurster

Das Allgemeine Sturmabzeichen gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese Auszeichnung wurde am 1. Juni 1940 durch den Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, gestiftet und sollte die Teilnahme an Infanterieangriffen würdigen.

Die Verleihungskriterien für das Allgemeine Sturmabzeichen waren klar definiert: Der Träger musste an mindestens drei Angriffen an verschiedenen Tagen teilgenommen haben. Als Angriff galt dabei ein Sturmangriff der Infanterie oder motorisierten Infanterie gegen feindliche Stellungen. Auch Panzerbesatzungen und Panzerjäger konnten unter bestimmten Bedingungen diese Auszeichnung erhalten. Die Verleihung erfolgte unabhängig vom Dienstgrad und stand sowohl Offizieren als auch Mannschaften offen.

Das hier beschriebene Exemplar wurde von der Firma Wurster hergestellt, erkennbar an der rückseitigen Markierung “W”. Die Firma Karl Wurster mit Sitz in Markneukirchen im Vogtland gehörte zu den offiziell autorisierten Herstellern militärischer Auszeichnungen. Während der Kriegsjahre produzierten mehrere Dutzend Firmen im Deutschen Reich das Allgemeine Sturmabzeichen, wobei jeder Hersteller sein spezifisches Herstellerzeichen auf der Rückseite anbrachte.

Die Fertigung erfolgte aus Feinzink, einem Material, das besonders in den späteren Kriegsjahren aufgrund der Metallknappheit häufig verwendet wurde. Frühe Ausführungen des Sturmabzeichens wurden noch aus Buntmetall oder versilbertem Material gefertigt, doch mit fortschreitendem Krieg und zunehmender Ressourcenknappheit ging man zu einfacheren Materialien über. Feinzink bot den Vorteil, dass es kostengünstig war und sich dennoch gut für den Druckguss eignete, der für die Massenproduktion notwendig war.

Das Design des Allgemeinen Sturmabzeichens zeigt ein ovales Eichenlaubkranz, in dessen Zentrum ein stilisiertes Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett sowie eine Stielhandgranate dargestellt sind – Symbole des Infanteriekampfes. Über den Waffen befindet sich ein Stahlhelm. Die gesamte Gestaltung sollte die Kampfbereitschaft und den Angriffswillen der Infanterie symbolisieren. Das Abzeichen wurde an der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb des Eisernen Kreuzes erster Klasse, sofern vorhanden.

Der Zustand des beschriebenen Stücks wird als “Zustand 2” angegeben, was auf ein getragenes Exemplar mit erkennbaren Gebrauchsspuren hinweist. Die erwähnte Reparatur des Hakens ist ein authentisches Detail, das bei vielen originalen Stücken vorkommt. Die Nadelhaken dieser Abzeichen waren einem erheblichen mechanischen Verschleiß ausgesetzt, besonders bei Soldaten, die ihre Auszeichnung täglich trugen. Reparaturen waren im Feld durchaus üblich und wurden von Regimentsschneidern oder den Trägern selbst durchgeführt.

Das Allgemeine Sturmabzeichen wurde während des gesamten Krieges in großer Stückzahl verliehen. Schätzungen gehen von mehreren hunderttausend Verleihungen aus, wobei genaue Zahlen aufgrund der Kriegswirren und des Verlusts vieler Unterlagen nicht mehr zu ermitteln sind. Die Auszeichnung wurde an allen Fronten getragen – von Norwegen bis Nordafrika, von Frankreich bis zur Sowjetunion.

Aus militärhistorischer Sicht dokumentiert das Allgemeine Sturmabzeichen die Bedeutung, die der Infanterie als “Königin der Waffen” auch im mechanisierten Krieg des 20. Jahrhunderts beigemessen wurde. Trotz der Entwicklung von Panzern, Flugzeugen und anderen modernen Waffensystemen blieb der Infanterieangriff die entscheidende Komponente zur Eroberung und Behauptung von Gelände.

Nach 1945 verbot der Alliierte Kontrollrat das Tragen aller nationalsozialistischen Orden und Ehrenzeichen. Im Rahmen des Ordensgesetzes der Bundesrepublik Deutschland von 1957 wurde das Tragen von Auszeichnungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs unter bestimmten Bedingungen wieder erlaubt, allerdings nur in “Entnazifizierter” Form, das heißt ohne Hakenkreuze und andere NS-Symbole. Da das Allgemeine Sturmabzeichen keine solchen Symbole aufwies, konnte es in seiner Originalform getragen werden.

Heute sind originale Sturmabzeichen wie das beschriebene Wurster-Exemplar gesuchte Sammlerobjekte für Militaria-Sammler und militärhistorisch interessierte Personen. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer der dunkelsten Perioden der deutschen Geschichte und als Mahnung an die Schrecken des Krieges.