Wehrmacht Parade-Aluminiumhelm mit beiden Emblemen

es handelt sich hierbei um einen frühen Paradehelm aus Aluminium, seitlich noch mit Hörner. Die apfelgrüne Originallackierung zu ca. 80 % erhalten. Adlerschild zu 95 %, das Wappen nur noch zu 5 % vorhanden. innen Komplett Futter und Kinnriemen. Größe 58. Getragener Helm, leichte Dellen und die Farbe wurde an einigen stellen verbessert. Zustand 2-3
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1.800,00

Wehrmacht Parade-Aluminiumhelm mit beiden Emblemen

Der Aluminiumhelm der Wehrmacht stellt ein faszinierendes Beispiel der deutschen Militärausrüstung der späten 1930er Jahre dar. Diese speziellen Paradehelme wurden für zeremonielle Zwecke und repräsentative Anlässe entwickelt und unterscheiden sich grundlegend von den standardmäßigen Stahlkampfhelmen.

Die Entwicklung dieser Aluminiumhelme begann um 1934-1935, als die Wehrmacht nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht 1935 expandierte und ein erhöhter Bedarf an Paradeuniformen und -ausrüstung entstand. Die Verwendung von Aluminium anstelle von Stahl ermöglichte eine deutliche Gewichtsreduktion, was bei langen Paraden und zeremoniellen Anlässen von großem Vorteil war. Das Material wog nur etwa ein Drittel eines vergleichbaren Stahlhelms.

Die charakteristische apfelgrüne Lackierung (auch als Heeresgrün bezeichnet) war die Standardfarbe für Wehrmacht-Helme seit der Mitte der 1930er Jahre. Diese Farbe löste das feldgraue Finish der Reichswehr-Ära ab. Die Lackierung wurde in mehreren Schichten aufgetragen, um einen gleichmäßigen, matten Finish zu erzielen, der für Paradezwecke geeignet war.

Ein besonderes Merkmal früher Modelle sind die seitlich angebrachten Lüftungsöffnungen mit Hörnern (Lüftungsstutzen). Diese waren ein Überbleibemerkmal vom Modell M1916 und M1918 aus dem Ersten Weltkrieg. Ab etwa 1940 wurden diese charakteristischen “Hörner” bei der Produktion des M35 und späteren Modellen zunehmend weggelassen, um die Produktion zu vereinfachen und Materialien zu sparen. Das Vorhandensein dieser Merkmale deutet daher auf eine Produktion in der Frühphase zwischen 1935 und 1940 hin.

Die doppelte Emblematik auf diesen Helmen hatte eine wichtige symbolische Bedeutung. Der Adlerschild (Hoheitsabzeichen) auf der rechten Seite zeigte den Reichsadler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in seinen Fängen hielt. Dieses Symbol repräsentierte die nationale Zugehörigkeit zum Deutschen Reich. Auf der linken Seite befand sich das Wappen (Kokarde) in den schwarz-weiß-roten Reichsfarben, das die Kontinuität mit den deutschen militärischen Traditionen symbolisierte. Diese doppelte Emblematik wurde durch die Heeresverordnung vom 17. Februar 1934 eingeführt.

Die Abziehbilder (Decals) wurden in einem speziellen Verfahren aufgebracht und mit Klarlack versiegelt. Im Laufe der Zeit und durch Witterungseinflüsse konnten diese Embleme beschädigt werden oder sich ablösen, was bei historischen Exemplaren häufig zu beobachten ist.

Die Innenausstattung dieser Helme bestand aus einem Lederfutter mit mehreren Polsterungssegmenten, die an einem Aluminiumspannring befestigt waren. Das System ermöglichte eine gewisse Größenanpassung. Der Kinnriemen war aus Leder gefertigt und mit einer Metallschnalle versehen. Die Größe 58 entspricht einem Kopfumfang von etwa 58 Zentimetern und war eine der häufigsten Größen.

Diese Paradehelme wurden hauptsächlich bei folgenden Anlässen getragen: militärische Paraden, Ehrenwachen, offizielle Staatsempfänge, Gelöbnisfeiern und andere zeremonielle Veranstaltungen. Sie waren nicht für den Kampfeinsatz konzipiert, obwohl die grundlegende Form dem Kampfhelm M35 entsprach.

Die Produktion von Aluminiumhelmen wurde im Laufe des Zweiten Weltkrieges zunehmend eingestellt, da Aluminium ein strategisch wichtiges Material für die Flugzeugproduktion wurde. Ab etwa 1942 wurden kaum noch solche Paradehelme hergestellt, und die vorhandenen Exemplare wurden weiter verwendet oder eingelagert.

Aus konservatorischer Sicht sind erhaltene Originalhelme mit substantieller Lackierung und Innenausstattung heute bedeutende historische Artefakte. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Materialkultur der Zeit, sondern auch die Bedeutung, die das NS-Regime zeremoniellen und propagandistischen Aspekten der Wehrmacht beimaß. Spätere Restaurierungen oder Auffrischungen der Lackierung, wie sie bei vielen erhaltenen Exemplaren vorkommen, sind aus historischer Perspektive dokumentationswürdig, da sie Teil der Objektgeschichte geworden sind.