U-Bootkriegsabzeichen - Wächtler & Lange

Feinzinkausführung, ohne Herstellerbezeichnung. Getragen, die Vergoldung verblasst, Zustand 2.

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385,00

U-Bootkriegsabzeichen - Wächtler & Lange

Das U-Bootkriegsabzeichen zählt zu den bedeutendsten militärischen Auszeichnungen der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs. Diese spezielle Ausführung wurde von der renommierten Firma Wächtler & Lange aus Mittweida in Sachsen hergestellt, einem Unternehmen, das für seine qualitativ hochwertigen Militaria-Erzeugnisse bekannt war.

Das U-Bootkriegsabzeichen wurde am 13. Oktober 1939 durch Großadmiral Erich Raeder gestiftet und war eine Anerkennung für die außergewöhnlichen Leistungen und den besonderen Mut der U-Boot-Besatzungen. Die Verleihungsbedingungen wurden in der Verordnung präzise festgelegt: Voraussetzung war die erfolgreiche Teilnahme an mindestens zwei Feindfahrten oder eine besondere Tapferkeitsleistung während einer einzigen Fahrt. Auch die Verwundung im U-Boot-Dienst konnte zur Verleihung führen.

Die vorliegende Feinzinkausführung repräsentiert eine charakteristische Fertigungsvariante dieser Auszeichnung. Feinzink war während der Kriegsjahre ein häufig verwendetes Material, da strategisch wichtigere Metalle für die Waffenproduktion benötigt wurden. Die Abzeichen in Feinzinkausführung wurden üblicherweise mit einer Vergoldung versehen, um ihnen ein würdigeres Erscheinungsbild zu verleihen. Der charakteristische Aufbau bestand aus einem U-Boot in Frontansicht, umgeben von einem ovalen Eichenlaubkranz, der seit jeher in der deutschen Tradition für Tapferkeit und Stärke stand.

Wächtler & Lange gehörte zu den offiziell autorisierten Herstellern von Orden und Ehrenzeichen. Das Unternehmen produzierte während des gesamten Krieges verschiedene militärische Auszeichnungen und war für seine sorgfältige Verarbeitung bekannt. Interessanterweise trugen nicht alle Abzeichen dieser Firma eine sichtbare Herstellermarkierung. Viele Exemplare, wie das hier beschriebene, wurden ohne Herstellerbezeichnung gefertigt, was die Zuordnung heute erschwert, aber durch charakteristische Fertigungsmerkmale dennoch möglich macht.

Die Vergoldung bei Feinzinkabzeichen war technisch anspruchsvoll und wurde meist in einem galvanischen Verfahren aufgebracht. Im Laufe der Zeit und durch das Tragen am Uniformrock unterlag diese Vergoldung natürlichem Verschleiß, was bei diesem Exemplar zu der beschriebenen verblassten Oberfläche geführt hat. Dieser Zustand ist charakteristisch für getragene Stücke und belegt die authentische Verwendung während der Kriegsjahre.

Das U-Bootkriegsabzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb des Eisernen Kreuzes erster Klasse, falls dieses verliehen worden war. Die Befestigung erfolgte mittels einer horizontal verlaufenden Nadel auf der Rückseite des Abzeichens, die durch den Uniformstoff gestochen und mit einer Gegenschließe fixiert wurde.

Die U-Boot-Waffe spielte eine zentrale Rolle in der deutschen Seekriegführung. Unter dem Kommando von Großadmiral Karl Dönitz, der die U-Boot-Flotte leitete, wurden die Unterseeboote vor allem im Atlantik eingesetzt, um die Versorgungslinien der Alliierten zu unterbrechen. Die Träger des U-Bootkriegsabzeichens gehörten zu einer Elite, deren Dienst mit extremen Gefahren verbunden war. Die Verlustrate unter den U-Boot-Fahrern war erschreckend hoch: Von etwa 39.000 U-Boot-Fahrern kehrten mehr als 28.000 nicht zurück, was eine Verlustquote von über 70 Prozent bedeutete.

Nach Kriegsende wurde die Produktion aller deutschen Militärauszeichnungen eingestellt. Die Firma Wächtler & Lange stellte wie viele andere Hersteller ihre Produktion um. Heute sind diese historischen Auszeichnungen bedeutende Zeugnisse einer dramatischen Epoche der Marinegeschichte und werden von Sammlern und Historikern gleichermaßen geschätzt, nicht als Glorifizierung, sondern als materielle Überreste zur Dokumentation und Erforschung dieser Zeit.

Der Erhaltungszustand 2 entspricht in der Sammlernomenklatur einem getragenen, aber gut erhaltenen Stück mit sichtbaren, aber nicht entstellenden Gebrauchsspuren. Solche Exemplare sind historisch besonders wertvoll, da sie authentische Träger hatten und somit direkte Verbindungen zu den historischen Ereignissen darstellen.

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