Infanteriesturmabzeichen in Bronze - Steinhauer & Lück
Das Infanterie-Sturmabzeichen stellt eine der bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Auszeichnung wurde am 20. Dezember 1939 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte die besonderen Leistungen der Infanteristen im Nahkampf würdigen.
Die Auszeichnung wurde in drei Stufen verliehen: in Bronze (nach drei Sturmtagen), in Silber (nach fünf Sturmtagen) und in Gold (nach zehn Sturmtagen). Das hier beschriebene Exemplar in Bronze repräsentiert somit die erste Verleihungsstufe, die bereits eine bedeutende Anerkennung der kämpferischen Leistung darstellte.
Das Abzeichen zeigt ein charakteristisches Design: Im Zentrum befindet sich ein Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett, umgeben von einem Eichenlaubkranz, der die traditionelle deutsche Symbolik für Tapferkeit und Stärke verkörpert. Über dem Gewehr ist typischerweise ein Stahlhelm abgebildet, während im unteren Bereich häufig eine stilisierte Handgranate zu sehen ist. Diese Elemente symbolisieren die Hauptwaffen und Ausrüstung der Infanterie im Nahkampf.
Die Herstellerfirma Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid gehörte zu den zahlreichen autorisierten Produzenten militärischer Auszeichnungen während des Zweiten Weltkriegs. Lüdenscheid hatte sich bereits seit dem 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der deutschen Metallwaren- und Auszeichnungsproduktion entwickelt. Die Firma verwendete üblicherweise spezifische Herstellermarkierungen, die auf der Rückseite der Abzeichen angebracht wurden.
Die hier beschriebene Fertigungstechnik “Feinzink halbhohl geprägt” war eine während des Krieges weit verbreitete Produktionsmethode. Während frühe Exemplare häufig aus hochwertigeren Materialien wie Buntmetall oder Bronze gefertigt wurden, führte die zunehmende Materialknappheit im Kriegsverlauf zur verstärkten Verwendung von Zink-Legierungen. Die halbhohlgeprägte Bauweise bedeutet, dass das Abzeichen nicht massiv, sondern mit einer gewissen Tiefe und Hohlräumen geprägt wurde, was Material einsparte und dennoch ein plastisches, dreidimensionales Erscheinungsbild ermöglichte.
Das eingeprägte Nadelsystem ist ein charakteristisches Merkmal, das die Befestigungselemente direkt in den Korpus des Abzeichens integriert. Dies unterscheidet sich von anderen Befestigungsmethoden wie angelöteten oder angenieteten Nadeln. Diese Konstruktionsweise war besonders bei Zink-Ausführungen verbreitet und galt als robust und produktionsfreundlich.
Die Vergabekriterien für das Infanterie-Sturmabzeichen waren präzise geregelt. Ein “Sturmtag” wurde definiert als ein Tag, an dem der Soldat aktiv an einem Infanterieangriff teilgenommen hatte. Die genauen Bestimmungen wurden in mehreren Verordnungen festgelegt und im Verlauf des Krieges teilweise modifiziert. Die Verleihung musste durch Vorgesetzte bestätigt und dokumentiert werden.
Das Abzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform, unterhalb der Ordensspange oder des Eisernen Kreuzes getragen. Es besaß einen hohen Stellenwert unter den Soldaten, da es unmittelbare Kampferfahrung und persönlichen Mut im Gefecht symbolisierte.
Der angegebene Zustand 2 entspricht in der militärhistorischen Sammlertaxonomie einem sehr guten bis guten Erhaltungsgrad. Dies bedeutet, dass das Stück getragen wurde und normale Gebrauchsspuren aufweist, aber keine wesentlichen Beschädigungen oder starke Abnutzungserscheinungen zeigt. Die Prägung sollte klar erkennbar sein, und die Patina entspricht dem Alter des Objekts.
Aus militärhistorischer Perspektive sind solche Auszeichnungen wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts. Sie dokumentieren nicht nur die Auszeichnungspraxis und militärische Tradition, sondern auch produktionstechnische Aspekte wie Materialknappheit, Fertigungsmethoden und die Organisation der Rüstungsindustrie während des Krieges.
Heute sind derartige Objekte Bestandteil von Museumssammlungen und privaten militärhistorischen Kollektionen. Sie dienen der wissenschaftlichen Forschung und der historischen Bildung, indem sie materielle Belege für die Ereignisse und Strukturen dieser Epoche liefern. Die Beschäftigung mit solchen Objekten erfolgt im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und trägt zum Verständnis militärischer Traditionen, Symbolik und der gesellschaftlichen Bedeutung von Auszeichnungen bei.