Wehrmacht Schiffchen für Mannschaften der Jägertruppe 

um 1941. Fertigung aus feldgrauem Tuch, komplett mit Bevo-gewebtem Schiffchenadler und Kokarde, seitlich vernäht und geklemmt das Blech-Abzeichen der Jägertruppe.  Mottenschaden am rechten Hinterkopf. Größe ca. 60. Stark Gebrauchter Zustand.
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650,00

Wehrmacht Schiffchen für Mannschaften der Jägertruppe 

Die Wehrmacht-Schiffchen (Feldmütze M34/38) stellte während des Zweiten Weltkrieges die gebräuchlichste Kopfbedeckung der deutschen Landstreitkräfte dar. Das hier beschriebene Exemplar gehörte einem Angehörigen der Jägertruppe, einer spezialisierten Infanterieeinheit der Wehrmacht, und datiert in die Zeit um 1941.

Das Schiffchen wurde durch die Heeresdienstvorschrift (HDv) 43/5 vom 2. Dezember 1935 offiziell eingeführt und ersetzte die älteren Kopfbedeckungen der Reichswehr. Die charakteristische Form erhielt ihren Namen durch die Ähnlichkeit mit einem umgedrehten Boot. Das Schiffchen bestand aus feldgrauem Wollstoff und wurde in verschiedenen Größen hergestellt, wobei die Größe 60 einer Kopfweite von etwa 60 Zentimetern entspricht.

Die Jägertruppe der Wehrmacht ging auf die traditionsreichen preußischen Jägerbataillone des 19. Jahrhunderts zurück. Diese Einheiten waren ursprünglich als leichte Infanterie konzipiert und zeichneten sich durch besondere Beweglichkeit und Geländeausbildung aus. In der Wehrmacht bildeten die Jäger-Bataillone und später Jäger-Divisionen spezialisierte Infanterieverbände, die häufig in schwierigem Gelände, besonders in Wald- und Gebirgsregionen, eingesetzt wurden.

Das vorliegende Schiffchen trägt drei wesentliche Kennzeichen: den BEVO-gewebten Hoheitsadler, die Reichskokarde und das seitlich angebrachte Metallabzeichen der Jägertruppe. Der Hoheitsadler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in seinen Fängen hält, wurde maschinell auf einem speziellen Webverfahren der Firma Bandfabrik Ewald Vorsteher (BEVO) in Wuppertal hergestellt. Diese Webetechnik ermöglichte eine kostengünstige Massenproduktion bei gleichbleibender Qualität.

Die schwarz-weiß-rote Kokarde symbolisierte die Verbindung zur deutschen Nationalflagge und den militärischen Traditionen des Kaiserreichs. Sie wurde direkt über dem Adler an der Vorderseite des Schiffchens angebracht. Das seitlich befestigte Blechabzeichen der Jägertruppe zeigt typischerweise gekreuzte Gewehre oder ähnliche Insignien und kennzeichnete den Träger als Angehörigen dieser Waffengattung.

Die Datierung um 1941 fällt in eine bedeutsame Phase des Zweiten Weltkrieges. Nach den erfolgreichen Blitzkrieg-Kampagnen in Polen und Frankreich befand sich Deutschland im Übergang zum Unternehmen Barbarossa, dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Jäger-Einheiten spielten in diesen Operationen eine wichtige Rolle, besonders bei der Aufklärung und beim Einsatz in bewaldeten oder unwegsamen Gebieten.

Der beschriebene stark gebrauchte Zustand mit Mottenschäden am Hinterkopf zeugt von tatsächlichem Fronteinsatz. Schiffchen wurden im Felddienst intensiv getragen, besonders bei Tätigkeiten, bei denen der Stahlhelm nicht erforderlich war. Die Beschädigungen durch Motten deuten darauf hin, dass das Stück nach dem Krieg längere Zeit unter ungünstigen Lagerbedingungen aufbewahrt wurde.

Die Herstellung von Wehrmacht-Uniformen und Ausrüstung erfolgte durch zahlreiche zivile Zulieferer im gesamten Deutschen Reich. Die Qualität variierte je nach Hersteller und Produktionsjahr erheblich. Gegen Kriegsende, ab 1943/44, verschlechterte sich die Materialqualität aufgrund von Rohstoffmangel deutlich. Das hier beschriebene Exemplar aus dem Jahr 1941 stammt noch aus einer Phase, in der die Produktionsstandards relativ hoch waren.

Für Sammler und Historiker sind solche Kopfbedeckungen von erheblichem dokumentarischem Wert. Sie ermöglichen Einblicke in die Organisationsstruktur der Wehrmacht, die Produktionsmethoden der deutschen Kriegswirtschaft und das tägliche Leben der Soldaten. Die Kombination aus Hoheitsadler, Kokarde und Waffengattungsabzeichen erlaubt eine präzise Zuordnung zu Truppengattung und Zeitperiode.

Es ist wichtig zu betonen, dass solche militärhistorischen Objekte ausschließlich in einem wissenschaftlichen, pädagogischen oder sammlerischen Kontext Bedeutung haben. Sie dokumentieren ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte und dienen der Mahnung und Aufklärung. Die Wehrmacht war tief in die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes verstrickt, was bei der historischen Einordnung solcher Objekte stets berücksichtigt werden muss.