Um 1900. An der Wurzel ca. 2.5 cm breite und 82.5 cm lange, beidseitig doppelt gekehlte Klinge, terzseitig auf der Fehlschärfe der Hersteller «E&F. Hörster Solingen. Messinggefäß mit Drachenschild im Korb, Rochenhautgriff mit intakter Drahtwicklung, die Fingerschlaufe gerissen. Vernickelte Stahlscheide mit zwei Ringbändern und beweglichen Trageringen, die Vernicklung zu ca. 90% erhalten. Zustand 2.
Gesamtlänge ca. 102.5 cm.
Gegen Ende der Qing-Dynastie begann China, sein veraltetes Militär nach westlichem Vorbild zu modernisieren, nachdem die Qing-Armee in mehreren Kriegen gegen moderne Mächte schwere Niederlagen erlitten hatte. Im Zuge dieser Reformen entstand die Neue Beiyang-Armee, die bis 1905 mehr als 70.000 Soldaten umfasste.
Die Einheiten der Armee wurden nach deutschem Vorbild organisiert und ausgebildet. Die Offiziere der Infanterie erhielten in Deutschland gefertigte Degen, die gänzlich dem Offiziersdegen (IOD) M89 entsprachen, aber das Drachensymbol im Korb aufwiesen. Auch die Kavallerie mit aus Deutschland gelieferten Blankwaffen ausgestattet. Diese entsprachen dem deutschen Kavalleriedegen M89, trugen aber ebenfalls das chinesische Drachenemblem im Korb.
Ein Teil der aus Deutschland gelieferten Waffen sowie der nach deutschem Vorbild ausgebildeten Truppen kam bereits im Sommer 1900 während des Boxeraufstands zum Einsatz. Dabei kämpften kaiserlich-chinesische Einheiten zeitweise gegen die vorrückenden internationalen Interventionstruppen, zu denen auch deutsche Soldaten gehörten.
Einige dieser Waffen gelangten später vermutlich als Beutestücke nach Deutschland zurück, mitgebracht von deutschen Soldaten, die am Einsatz während des Boxeraufstands teilgenommen hatten.
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